Introduction

Warum die Freien Demokraten eine Nachhilfe-Förderung vorschlagen

Als FDP-Fraktion haben wir einen Antrag in den Landtag eingebracht, damit Familien eine finanzielle Unterstützung für Nachhilfe als Nachhilfe-Förderung erhalten.

Warum die Freien Demokraten eine Nachhilfe-Förderung vorschlagen

Als FDP-Fraktion haben wir einen Antrag in den Landtag eingebracht, damit Familien eine finanzielle Unterstützung für Nachhilfe als Nachhilfe-Förderung erhalten. Durch die Pandemie sind einige Kinder schulisch zurückgefallen. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, den Rückstand durch Nachhilfe oder Lernförderung aufzuholen. Dabei darf die finanzielle Situation der Eltern kein Hindernis sein.

Die Lernrückstände der Schülerinnen und Schüler sind unterschiedlich

Wieviel Nachhilfe die Kinder in Thüringen brauchen, ist sehr unterschiedlich. Einige Kinder haben eine gute Betreuung beim Distanzlernen erlebt. Anderen fiel das häusliche Lernen sogar leichter als im Klassenverband. Wieder andere haben in allen Fächern den Anschluss verloren. Für sie ist die Wiederholung des gesamten Schuljahres das Richtige. Viele Schülerinnen und Schüler haben nur in einzelnen Fächern Lernrückstände, auf die individuell eingegangen werden muss.

Nachhilfe-Förderung – Zielgenaue Angebote und vorhandene Strukturen nutzen

Nachhilfe- und Förderinstitute in Thüringen haben schon sehr lange Erfahrung bei der Nachhilfeförderung. Sie erfassen den Lernstand und entwickeln dann gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern ein individuelles Förderprogramm. Die Nachhilfe oder Lernförderung findet dann in Kleingruppen oder gar im Einzelunterricht statt. Also, warum nutzen wir bei der Pandemiebewältigung in der Bildung nicht die Strukturen und die Erfahrungen, die es bereits gibt? Die Nachhilfe- und Förderinstitute in Thüringen haben die Kapazität, um ungefähr 14.000 Schülerinnen und Schüler zu betreuen. Darüber hinaus können außerschulische Bildungsakteure wie zum Beispiel die Familienbildungsstätten oder die örtliche Jugendarbeit Nachhilfeangebote und Sommerakademien anbieten.

Bedürfnisse von Familien und Schulen bei der Nachhilfe-Förderung gleichermaßen berücksichtigen

Nun wurde bereits darüber diskutiert, ob nicht einfach am Samstag Unterricht stattfinden soll oder die Sommerferien gestrichen werden sollen. Und es sei den Schulen auch freigestellt, Lernangebote in den Ferien zu entwickeln. Wir dürfen aber dabei nicht vergessen, dass das System Schule in den letzten Monaten arg unter Druck stand. Gerade die Schulleitungen waren sehr gefordert. Die Schulleitungen sind zumeist auch in den Sommerferien an den Schulen. Die unterrichtsfreie Zeit nutzen sie und kümmern sich um Verwaltungsaufgaben, Statistiken, Schüleranmeldungen, Digitalkonzepte, Schuljahresplanung und vieles mehr. Und auch die Lehrerinnen und Lehrer sitzen in den Sommerferien nicht ganztägig in der Sonne. Sie bereiten Unterricht vor und planen das neue Schuljahr.

Auch für Schülerinnen und Schüler waren die letzten Monate mit häuslichem Lernen kein Urlaub. Die Unsicherheit und die neuen Rahmenbedingungen waren teilweise zermürbend. Ferien sollen auch in Pandemiezeiten dafür da sein, mal was anderes zu machen – zum Beispiel Praktika absolvieren, Verwandte besuchen oder auch kleine Ausflüge machen. Das alles geht auch in der Pandemie und sollte deswegen nicht einfach so gestrichen werden.

Unsere Antwort auf die Lernrückstände darf nicht sein, alle Beteiligten noch mehr unter Druck zu setzen. Es ist viel besser, auch andere Akteure mit an Bord zu holen und Bildung für alle zu ermöglichen.

Nachhilfe-Förderung – Unser Antrag im Überblick

Daher schlagen wir vor, die Nutzung von Nachhilfeangeboten mit bis zu 500 Euro zu fördern. Dabei sollen die Familien eigenverantwortlich entscheiden, welchen Anbieter sie nutzen möchten. Sie können einen aussuchen, der zu ihren Anforderungen und auch den familiären Abläufen passt. Sommerferienangebote sind da eine Möglichkeit. Nachhilfe kann aber auch parallel zum laufenden Unterricht in diesem oder nächsten Schuljahr genutzt werden.

Die Abrechnung der finanziellen Nachhilfe-Förderung erfolgt unbürokratisch zwischen den Bildungsanbietern und dem Freistaat Thüringen. Die Schülerinnen und Schüler müssen nur nachweisen, dass die an einer Schule in Thüringen lernen. Im besten Falle besprechen sie die Lernförderung mit den verantwortlichen Lehrkräften in der Schule.

Hier findet Ihr unseren vollständigen Antrag „Pandemiebewältigung in der Bildung – chancengerechten Zugang zu außerschulischen Lern- und Förderangeboten ermöglichen.

 

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